FOTOMARATHON 2016: Jenseits aller Grenzen

von Erik Boß (Kommentare: 2)

Foto: Auf dem Sportplatz an der Cantianstraße haben wir einige unserer Motive gefunden - (c)2016

Auch in diesem Jahr galt es, 12 vorgegebenen Themen in einer vorgegebenen Zeit zu realisieren. Wir waren diesmal als Team unterwegs. Zum ersten Mal waren die Checkpoints, wo wir uns die neuen Aufgaben abholen mussten, weit außerhalb des S-Bahn-Rings. Das verschaffte allen Teilnehmenden neue, ungewohnte Einblicke und lange Wegezeiten. Nach zwölf Stunden war dann Abgabe der Bilder am Treptower Park. Alle Serien, auch unsere, werden in ca. vier Wochen ausgestellt.

Vielen Dank für euer/Ihr Interesse an meinem Foto-Blog.
Erik Boß

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Kommentar von Carsten Osterwald | 04.07.2016

Hallo Erik,
speziel was den diesjährigen Fotomarathon angeht, würde mich interessieren, wie dieser
generell ablief bzw wie du die Aufgaben gemeistert hast.
Interessant wäre auch, wie die allgemeine Resonanz war.

Viele Grüße
Carsten

Kommentar von Erik Boß | 23.07.2016

Hallo Carsten, das Oberthema in diesem Jahr war "Jenseits aller Grenzen", alle Fotos sollen zu diesem Thema passen. Für die ersten vier Motive hatten wir vier Stunden Zeit, dann sollten wir uns in Lichtenberg in der Nähe vom Dong-Xuang-Center neue Aufgaben holen. Nach weiteren vier Stunden haben wir uns die letzten Aufgaben wieder in Lichtenberg geholt, diesmal noch weiter draußen nahe dem Bahnhof Lichterfelde Ost. Abgabe der Fotos nach 12 Stunden war dann eine Strandbar am Treptower Park, da war es schon dunkel. Wir sind diesmal zu zweit unterwegs gewesen und haben uns immer über die Aufgaben abgestimmt. Für das erste Bild hätten wir gerne einen Jogger getroffen, aber mitten in Friedrichshain liefen keine herum. Wir haben deshalb beschlossen, nach Prenzlauer Berg zum Sportplatz an der Cantianstraße zu fahren um dort auf der Laufbahn zu fotografieren. Dort war allerdings gerade ein Sportfest und wir haben unseren Plan geändert und geschaut, wie wir dort zum ersten Foto kommen, auf dem ja zwingend auch die Startnummer zu lesen sein muss, egal wie. Nach diesem Foto und dem Oberthema "Jenseits aller Grenzen" haben wir beschlossen, alle Fotos, die noch kommen, also auch zu den Aufgaben, die wir noch gar nicht kannten, zum Thema Sport und Bewegung zu machen. Von daher waren die nächsten drei Bilder schnell im Kasten, das Sportfest bot ja reichlich Motive. So waren wir gut in der Zeit und sind entspannt nach Lichtenberg gefahren, um uns die Aufgaben zu holen. Nun war unsere nächste Aufgabe "In guter Nachbarschaft" und wir beschlossen, zum EM-Public-Viewing am Astra-Kulturhaus zu fahren in der Hoffnung, dort rivalisierende Fans friedlich nebeneinander anzutreffen. Es war aber ganz leer, trotzdem haben wir dort ein Foto gemacht. Zum Glück war auch gerade Bungee-Jumping, und fertig war das nächste Bild. Jetzt was "nicht gesellschaftsfähig" und wir haben uns gedacht, wir gehen mal ins Lido, das ist ein bisschen alternativer und dort ist auch Public Viewing zur EM. Der Raum dort hat nichts hergegeben, aber dann haben wir diesen Spruch dort an der Wand entdeckt. Jetzt war "Küssen verboten" und wir haben uns gedacht, da muss ein Boxer her, die schlagen sich ja nur. Aber wo so schnell einen finden? Also auf ins Sportgeschäft, da haben wir dann diese Boxermaske gefunden. "Der perfekte Ort" war für uns der Baskelballplatz im Mauerpark, es waren auch genug Spieler aktiv und es war leicht, ein Foto zu machen, sogar der Fernsehturm als Berlinsymbol ist mit drauf. Für das nächste Bild waren wir im Vorfeld eigentlich ziemlich ratlos: "Paralleluniversum", aber da kam die Flaschensammlerin am perfekten Ort vorbei und hob genau dort leere Flaschen auf. Wenn das kein Paralleluniversum ist. Das "Ende der Welt" war für uns natürlich das Ende von Sport und Bewegung im freien Raum, das Schild haben wir zufällig am Helmholzplatz entdeckt. Dann war es schon dunkel und das letzte Foto deshalb natürlich symbolisch gemeint.
In diesem Jahr haben weit weniger Leute mitgemacht als in den Jahren zuvor. Die Checkpoits zwei und drei waren außerhalb vom S-Bahnring, was lange Wegezeiten verursacht hat. Wir wollten aber dort draußen nicht fotografieren, weil wir ja unser Sport- und Bewegungsthema realisieren wollten. Deshalb sind wir viel gefahren und noch mehr gelaufen, bestimmt wieder so 15 km.
Meiner Ansicht nach ist das größte Erlebnis am Fotomarathon, dass man unglaublich in die Stadt hineingezogen wird. Es gibt so unglaublich viele unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Milieus, wahrscheinlich ist der Fotomarathon die beste Möglichkeit, die Vielfältigkeit dieser Stadt wahrzunehmen, denn man läuft ja ständig mit geschärten Augen durch die Stadt. Das hat dann gar nichts mehr mit dem Wettbewerb zu tun, sondern macht einfach Spaß
In diesem Sinne, Mitmachen lohnt sich.
Viele Grüße
Erik Boß