STADTAUSWÄRTS-TOUR: Tuschkastensiedlung

von Erik Boß (Kommentare: 0)

33 Fotos vom September 2015

In Grünau wurde 1914 vom Architekten und Maler Bruno Taut eine Gartensiedlung errichtet, wo die Häuser mit allem angemalt wurden, was ein Tuschkasten hergibt. Diese sogenannte Tuschkastensiedlung zeigt uns eindrucksvoll, wie eine Architektur aussehen muss, damit sich Menschen in einer Siedlung mit vielen Einwohnern wohlfühlen können.

Da sind zunächst die Farben: Taut wollte nicht nur die warmen Farben wie rot, ocker oder beige, sondern auch eher untypische Häuserfarben wie blau und grün. Zu einem Tuschkasten gehören für Bruno Taut aber auch schwarz und weiß. So gibt es in der Siedlung ganz konsequent  – was ganz selten ist in Berlin – hier schwarze Häuser, die gar nicht düster wirken, weil die farblich abgesetzten Verzierungen bei den Fenstern wunderschöne Kontraste zaubern. Die Farbe Weiß findet sich darüber hinaus nicht nur an einigen Fassaden, sondern auch an den Schornsteinen und an vielen Verzierungen.

Die Tuschkastensiedung ist vom Konzept her eine Gartenstadt. Alle Häuser haben einen Garten und einen Vorgarten mit Bäumen, Blumen und Sträuchern. An den Fassaden, über den Türen und Fenstern ranken vielfältige Pflanzen. Alle Häuser sind symmetrisch angeordnet, aber doch nicht einheitlich. Mal sind sie von der Straßenfront eingerückt, mal sind sie höher, mal niedriger, mal stehen sie einzeln, mal in der Gruppe. Auch die Fenster der Häuser sind vielfältig: breit, schmal, hoch oder niedrig.

Durch diese vielfältigen Anordnungen, Farben, Größen ist die Siedlung bis heute attraktiv, weil sie ein wichtiges Element menschlichen Daseins widerspiegelt: Die Individualität. Hier wird Gleichförmigkeit verworfen und das Einzigartige betont. Danke Bruno Taut für dieses Meisterwerk menschlicher Architektur.

Vielen Dank für euer/Ihr Interesse an meiner STADTAUSWÄRTS-TOUR.

Erik Boß

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